Pressemitteilung von Wiedersetzen.mv zum Camp

Zum geplanten Protest- und Vernetzungscamp im Gewerbegebiet Meyenkrebs – Demmin

Allgemeines zum Camp

Seit über 20 Jahren findet in Demmin einer der größten Naziaufmärsche Norddeutschlands statt. Letztes Jahr ist es mit tausenden Menschen gemeinsam das erste Mal gelungen, zu verhindern, dass die Nazis ihren geschichtsverdrehenden Trauermarsch am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus durch Demmin begehen können. An diese Erfolge werden wir dieses Jahr anknüpfen! Um den Menschen die anreisen und den DemminerInnen vor Ort die Möglichkeit zu geben, noch mehr Zeit miteinander verbringen zu können, bspw. um am Abend des 8.Mai noch gemeinsam zu feiern und sich zu vernetzen gibt es dieses Jahr das erste mal ein Protest- und Vernetzungscamp vom 7.- 10. Mai.

Offenes Camp: Austausch und Transparenz

Das Camp soll ein offener Raum für Austausch und Transparenz sein. Interessierte sind herzlich eingeladen, das Camp zu besuchen, an Workshops teilzunehmen und ins Gespräch zu kommen. Am Infopoint werden umfassende Informationen zum Camp, den Workshops und Abläufen bereitgestellt. Ziel ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Situation und ein offener Dialog.

Programm und Angebot

Es findet vielfältiges Programm statt: Von Workshops zu Militarismus, Erinnerungskultur in Demmin, einer erneuten Filmvorführung von: Im Frühling die Brücken, 2026 oder aber auch Erste Hilfe für Demos ist alles dabei. Vegane Verpflegung ist für alle Campteilnehmenden in der Küche für Alle auf dem Camp enthalten. Außerdem gibt es neben Menschen die dafür zuständig sind, dass sich alle auf dem Camp wohl fühlen können (Awareness), eine notfallsanitäre Versorgung, Toiletten, fließendes Wasser und kalte Duschen. Das Camp ist für alle Teilnehmenden kostenfrei (Spendenempfehlung pro Tag, um die Kosten zu decken ca. 10€).

Zur vorangegangenen Berichterstattung

In der Berichterstattung über das geplante Camp im Gewerbegebiet Meyenkrebs wurden am 30.04.2026 im Nordkurier erhebliche Sicherheitsbedenken formuliert. Zur Einordnung und Richtigstellung ist folgendes festzuhalten: Die betroffene Fläche brannte bereits vor der Nutzung durch das Camp. Ausgelöst wurde der Brand durch ein Fahrzeug des Flächenbesitzers, das in einer Senke festsaß und dabei mit trockenem, abgemähtem Gras in Kontakt kam. Da sich der Besitzer zu diesem Zeitpunkt allein auf der Fläche befand, konnte sich das Feuer unkontrolliert ausbreiten. Die Schlussfolgerung, das Camp erhöhe das Brandrisiko oder sei selbst Auslöser entsprechender Gefahren, ist vor diesem Hintergrund nicht zutreffend. 

Sicherheitsbewertung und Einordnung

Eine kontinuierliche Nutzung mit vielen anwesenden Menschen die eine engmaschige Überwachung der Fläche gewährleisten senkt die Gefahr weiterer Brände erheblich. Während des Camps werden hunderte Teilnehmende rund um die Uhr vor Ort sein, die aufmerksam sind und potenzielle Gefahren frühzeitig erkennen können. Die Hinweise der Feuerwehr werden selbstverständlich ernst genommen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass der zuständige Landkreis den Standort weiterhin ausdrücklich als nutzbar bewertet und keine signifikante Umweltgefährdung feststellt.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vor Ort

Unabhängig davon setzt die Campleitung umfassende zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen um, die über das übliche Maß hinausgehen.

Zu den Maßnahmen zählen unter anderem:

– 20 Feuerlöscher auf dem gesamten Gelände
– ein klar abgegrenzter und gesicherter Raucherbereich
– eine Wasserleitung zur schnellen Brandbekämpfung
– Feuerwehrzufahrten werden freigelassen
– angepasste Abläufe entsprechend der aktuellen Waldbrandgefahrenstufe
– weitere organisatorische und präventive Maßnahmen zur Minimierung von Risiken: Die Teilnehmenden werden vor Ort verpflegt, sodass keine privaten Kocher genutzt werden. Zudem wird der getrocknete Grasabschnitt von der Fläche entfernt.

Verantwortung und Umgang mit der Fläche:

Auch Fragen der Zugänglichkeit und Sicherheit werden von der Campleitung aktiv berücksichtigt und organisiert.
Im Mittelpunkt steht der, verantwortungsvolle Umgang mit der Fläche sowie die Gewährleistung der Sicherheit aller Teilnehmenden und des Schutzes der Umgebung.

Öffentliche Führungen und Einblick vor Ort

Wer Fragen hat oder noch mehr erfahren möchte ist am 7. Mai um 17:30 und 9. Mai um 13:30 Uhr herzlich eingeladen an einer öffentliche Führung teilzunehmen. Dabei wird erläutert, welche Abläufe so ein solidarisch organisiertes Camp erfordert, welche Aufgaben anfallen und wie der Alltag vor Ort organisiert ist. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zum Austausch bei einer kostenlosen Mahlzeit.

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